In der letzten Woche war ich wieder zum Hausbesuch bei Kunden. Was mich viel mehr beschäftigt hat als das eigentliche Problem, war etwas, das das Frauchen beiläufig erwähnte – und es klang tatsächlich fast ein bisschen entschuldigend. Sie sagte: „Ich weiß ja, ich rede die ganze Zeit mit ihr."

Geht es dir auch so? Bist du auch der Meinung, du redest zu viel mit deinem Hund?

Wir gehen heute drei Dinge durch: warum es völlig in Ordnung ist, mit seinem Hund zu reden, warum Schweigen manchmal trotzdem Gold ist – und was das alles mit Signalinseln zu tun hat.


Reden ist menschlich – und das ist auch gut so

Ertappst du dich dabei, dass du schon wieder mit deinem Hund geredet hast? Du redest mit ihm über das Wetter, planst mit ihm den nächsten Spaziergang. Du erzählst ihm von den Nachbarn, die schon wieder ein neues Auto haben.

Hand aufs Herz – das machen wir alle. Ich mach das ganz genauso.

Dabei gibt es nur ein Problem. Wenn dein ganzer Tag ein einziger Wortschwall ist, wird deine Stimme für deinen Hund zu etwas, das er einfach ausblendet. Deine Stimme wird zum Hintergrundrauschen – wie der Verkehrslärm in der Stadt, wie der Kühlschrank oder das Radio, das ständig läuft. Wenn du dann mal wirklich etwas von ihm willst, geht deine Stimme in diesem Rauschen unter.


Das Radio-Phänomen

Stell dir vor, du stehst in einer riesigen Bahnhofshalle. Überall reden Menschen, Durchsagen dröhnen, Züge quietschen. Nach fünf Minuten hörst du das gar nicht mehr richtig. Es ist einfach nur Lärm.

Und dann – mitten in diesem Lärm – hörst du plötzlich: „Essen ist fertig." Und genau jetzt horchst du auf. Warum? Weil dieses eine Signal eine Bedeutung für dich hat – und weil es sich vom Rest des Lärms abhebt.

Genauso geht es deinem Hund mit deiner Stimme. Wenn du ihn den ganzen Tag beschallst, baut er eine Art Schutzwall auf. Ist dein Hund ignorant? Nein. Er hat schlicht seinen Spamfilter aktiviert.

Je öfter du ein Signal benutzt, ohne dass es für deinen Hund Konsequenzen hat, desto leiser wird es in seinem Kopf. Egal wie laut du es schreist.


Signalinseln – so machst du deine Stimme wieder hörbar

Hunde können die Bedeutung von einzelnen Wörtern verarbeiten. Aber damit ein Wort für sie eine Bedeutung bekommt, muss es erlernt sein – und möglichst isoliert auftreten.

Wenn du sagst: „Komm mal bitte her zu mir, wir wollen doch los" – hört dein Hund nur Rauschen. Vielleicht kennt er das Wort „Komm" – aber weil es im Rauschen eingebettet ist, kann er es nicht herausfiltern.

Ohne Signalinsel: „Bleib bitte mal sitzen, ich möchte mich in Ruhe unterhalten."

Mit Signalinseln: Olo mako dula? Poti nala suto, baka luki mami fula... Sitz ... golo pati nufa, lala moki... Fein ... dula mako.

Im zweiten Beispiel grenzten sich die Signale klar vom Geplapper ab – und klangen genau so, wie dein Hund es gelernt hat. Das kann er super verstehen. Du hast ihm Signalinseln geschaffen.

Eine Signalinsel ist durch drei Dinge gekennzeichnet: Stille – präzises, erlerntes Signal – Stille.

Talk und Training – der Unterschied

Tagsüber oder abends auf der Couch – wenn ihr nicht im Training seid – darfst du deinen Hund gerne vollquatschen. Kau ihm ruhig ein Ohr ab. Dein Hund wird es lieben, weil er den Klang deiner Stimme liebt.

Wenn du das tust, erwartest du aber bitte auch nichts von ihm. Und du verwendest in deinem Redeschwall bitte keine Signale, die er kennt.

Wenn du dann aber wirklich etwas von ihm willst, sei klar. Grenze die entscheidenden Signale vom Hintergrundrauschen deutlich ab. Vielleicht sprichst du ihn sogar sicherheitshalber vorher kurz an – nennst ihn bei seinem Namen, bevor das eigentliche Signal kommt.

Zusammenfassung

Das Video zum Artikel – schau dir an, wie das in der Praxis aussieht. Und abonniere den Kanal, damit du kein Video verpasst.

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je nach Hund.