Gestern waren wieder Kunden bei mir, die von einer anderen Hundeschule kamen und bei mir Einzeltraining machen wollten.

Das passiert öfter mal. Nicht weil ich so gut und die anderen Hundeschulen so schlecht wären – manchmal haben die anderen Hundeschulen einfach keine Kapazitäten mehr, was ja eigentlich ein Zeichen für eine gute Hundeschule ist. Oder die Hundehalter wollen sich eine zweite Meinung einholen, was wiederum zeigt, wie selbstreflektiert diese Menschen sind.

Eine Frage, die ich meinen Kunden in der ersten Stunde fast immer stelle, ist: Was hast du denn bislang schon trainingstechnisch unternommen? Bei diesen Kunden kam die Antwort: Wir waren in der Welpengruppe – und in der allerersten Stunde mussten wir mit unserem Hund ein Abbruchsignal trainieren.

Ein Abbruchsignal. In der ersten Stunde?

Wir gehen heute drei Dinge durch: was ein Abbruchsignal ist und warum es in der Welpengruppe nichts zu suchen hat, welche Regeln du bei Korrekturen grundsätzlich beachten solltest – und was eine alternative Handlung ist und wie du sie ganz konkret einsetzt.


Was ist ein Abbruchsignal – und warum ist es heikel?

Ein Abbruchsignal – auch Tabusignal genannt – bedeutet: Hör sofort auf mit dem, was du da machst. Das machen wir niemals und unter keinen Umständen.

Versteh mich nicht falsch. Auch bei einem Welpen kann eine angemessene Korrektur durchaus mal angebracht sein. Aber dann bitte nicht pauschal – sondern individuell. Und bitte in einer Situation, die eine Korrektur auch wirklich rechtfertigt.

Ein Abbruchsignal belegt auf der Korrekturtreppe die oberste Stufe. Auf den Stufen darunter gibt es noch viele andere Möglichkeiten – weniger hart, weniger kompromisslos. Dem Thema Korrekturen habe ich auf meinem YouTube-Kanal eine eigene Videoreihe gewidmet.


Drei Regeln für Korrekturen


Die Alternative: Was soll er denn stattdessen machen?

Stell dir folgende Situation vor – ich erlebe sie im Einzeltraining regelmäßig.

Die Kunden kommen zu mir, Hund an der Leine, und wollen mir erklären, warum sie hier sind. Der Hund hat davon wenig Ahnung und langweilt sich. Er zieht nach rechts – Nein! Er zieht nach links – Nein! Er zieht nach hinten – Nein! Das geht so weiter, während die Kunden versuchen, mir zu erklären, warum sie eigentlich hier sind. Das Gespräch kommt kaum vom Fleck.

Bis ich irgendwann frage: Kann dein Hund Sitz?

Ja, Sitz kann er.

Dann gib ihm doch bitte mal ein Sitz.

Und siehe da: der Hund sitzt, zieht nicht mehr an der Leine, und die Menschen können sich unterhalten. Was mich jedes Mal wieder überrascht: Die Kunden sind selbst verblüfft, dass es so einfach funktioniert. Und der Hund? Der ist oft sogar erleichtert. Er weiß jetzt, was er tun soll. Er hat eine Aufgabe. Das gibt ihm Sicherheit.

In einer entspannten Situation zu Hause bekommt ein Sitz vielleicht kein Leckerchen mehr. Aber hier, mitten im Trubel, ist es echte Arbeit – und die wird belohnt.

Du sagst deinem Hund einfach, was er stattdessen machen soll. Du gibst ihm eine alternative Handlung vor.

Dein Hund gibt keine Ruhe – Sitz. Dein Hund springt an dir hoch, wenn du nach Hause kommst – Sitz. Dein Hund reagiert beim Spaziergang auf einen anderen Hund – Sitz.

Welches Signal du als alternative Handlung nutzt, ist dabei völlig egal. Das kann alles Mögliche sein – ein Schau, ein Platz, Tricks. Der Sinn ist einfach, dass dein Hund mit dem aufhört, was er gerade macht.

Und genau das ist auch der Grund, weshalb wir in unserer Hundeschule in der Welpengruppe als allererstes das Signal Decke trainieren. Decke lässt sich wunderbar als alternative Handlung nutzen. Dazu gibt es hier auf der Seite einen eigenen Artikel.


Zusammenfassung

Das Video zum Artikel – schau dir an, wie das in der Praxis aussieht. Und abonniere den Kanal, damit du kein Video verpasst.

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je nach Hund.