In Teil 1 haben wir uns angeschaut, warum „lockere Leine" kein trainierbares Verhalten ist – und was Fußlaufen wirklich bedeutet. Falls du Teil 1 noch nicht gelesen hast, schau unbedingt zuerst dort rein.
Heute geht es um ein Signal, das ich für das Fußlaufen für absolut unverzichtbar halte – und das viele Hundehalter entweder gar nicht kennen oder stark unterschätzen. Ich nenne es das Einparken.
Was bedeutet „Seite" überhaupt?
Das Signal „Seite" bedeutet: Dein Hund kommt auf ein Signal an deine Seite und setzt sich dort exakt in Fahrtrichtung hin.
Dein Hund richtet sich nach dir. Nicht umgekehrt. Du gibst die Fahrtrichtung vor, du stehst still, und dein Hund setzt sich möglichst präzise in dieselbe Richtung neben dich – mit seiner Schulter auf Höhe deines Beins.
Die zwei Funktionen des Signals „Seite"
1. Das Startsignal
Bevor ihr losgeht, rufst du deinen Hund mit „Seite" an deine Seite. Er setzt sich neben dich, richtet sich aus – und weiß: Jetzt beginnt etwas. Das Einparken ist der Startschuss, bevor das eigentliche Fußlaufen beginnt.
2. Das Korrektursignal
Wenn dein Hund die Fußposition verlässt, wird „Seite" zum Korrektursignal. Du holst ihn aktiv zurück in die richtige Position. Als Korrektur eingesetzt, wird es nicht belohnt.
Das Sichtzeichen
Ich benutze dafür den Zeigefinger, der zum Boden zeigt und eine kreisende Bewegung macht. Das Sichtzeichen zeigt dem Hund außerdem, auf welche Seite er kommen soll – ob links oder rechts. Dein Hund sollte das Signal auf beiden Seiten beherrschen.
Warum Sichtzeichen so viel Gewicht haben, erkläre ich ausführlich im Artikel über Signale.
Wie baut man das Signal auf?
Wie bei jedem neuen Signal fängst du auch hier mit Bestechung an. Du nimmst ein Leckerchen in die Hand und führst deinen Hund damit in die richtige Position:
Das Signal kommt erst, wenn der Hund bereits sitzt – nicht vorher. Das ist ein Grundprinzip, das sich durch mein gesamtes Training zieht.
Übe dabei von Anfang an beide Seiten gleichmäßig. Durch das Sichtzeichen zeigst du deinem Hund, welche Seite du meinst.
Von der Bestechung zur Belohnung
Wenn der Ablauf schon recht flüssig funktioniert, machst du aus der Bestechung eine Belohnung: Du hast einfach kein Leckerchen mehr in der Hand. Derselbe Ablauf – aber die Hand ist leer.
Wichtig: Dieser Übergang passiert fließend. Direkt nach ein paar Wiederholungen mit Leckerchen machst du denselben Ablauf mit leerer Hand. Bevor dein Hund merkt, dass da gar kein Leckerchen drin ist, sagst du dein Lobwort. Die Hand öffnet sich, wandert in die Tasche, holt ein Leckerchen heraus.
Dein Hund wird sich vielleicht kurz wundern. Aber das ist nicht schlimm – sein Leckerchen bekommt er ja trotzdem.
Wo trainierst du das?
Das Schöne an diesem Signal ist, dass du es völlig losgelöst vom Fußlaufen aufbauen kannst – im Wohnzimmer, im Garten oder auf einer ruhigen Fläche. Du brauchst dafür keine Leine, keine besondere Umgebung.
Bau das Signal „Seite" zuerst sauber auf, bevor du es mit dem Fußlaufen kombinierst. Wenn dein Hund das Einparken wirklich kennt, wird es dir beim Fußlaufen enorm helfen.
Zusammenfassung
- „Seite" bedeutet: Dein Hund kommt an deine Seite und setzt sich präzise in Fahrtrichtung. Er richtet sich nach dir, nicht umgekehrt.
- Das Signal hat zwei Funktionen: Startsignal vor dem Fußlaufen und Korrektursignal, wenn der Hund die Position verlässt.
- Als Korrektur eingesetzt, wird es nicht belohnt.
- Aufbau mit Bestechung: Hand weit nach hinten, umdrehen, neben dich ins Sitz. Signal erst, wenn der Hund sitzt.
- Übe beide Seiten gleichmäßig – und wechsle so schnell wie möglich von der Bestechung zur Belohnung.
Das Video zum Artikel – schau dir an, wie das in der Praxis aussieht. Und abonniere den Kanal, damit du kein Video verpasst.
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