In Teil 3 haben wir die ersten beiden Schritte durchgearbeitet – die Bestechung und die Belohnung im Sitzen. Falls du Teil 3 noch nicht gelesen hast, schau da unbedingt zuerst rein.

Heute kommen wir zu dem Schritt, der das Fußlaufen wirklich zum Leben erweckt: Die Belohnung im Laufen.


Wann bist du bereit für diesen Schritt?

Bevor wir anfangen, noch ein wichtiger Hinweis: Schritt 3 kommt erst dann, wenn Schritt 2 wirklich sitzt. Das bedeutet, dein Hund sollte bereits etwa zwanzig Meter neben dir laufen können – zuverlässig, aufmerksam, in der richtigen Position – und sich danach sicher hinsetzen, wenn du stehen bleibst. Erst dann macht es Sinn, den nächsten Schritt zu wagen.

Wenn du diesen Punkt noch nicht erreicht hast – kein Problem. Geh einfach zurück zu Teil 3 und übe noch ein bisschen mehr. Es lohnt sich, hier geduldig zu sein.


Was ist die Belohnung im Laufen?

In Schritt 2 haben wir das Laufen mit dem Lobwort verstärkt – aber das Leckerchen kam immer erst, wenn der Hund gesessen hat. Das Anhalten und Hinsetzen war also immer Teil der Belohnungssequenz.

Das ändert sich jetzt. In Schritt 3 bleibt man nicht mehr stehen. Das Lobwort kommt – und man geht einfach weiter. Die Hand greift während des Laufens in die Tasche, holt ein Leckerchen heraus und gibt es dem Hund, während ihr beide noch in Bewegung seid.

Das ist ein wichtiger Unterschied – denn jetzt wird wirklich das Laufen selbst belohnt. Der Hund bekommt sein Leckerchen nicht für das Hinsetzen, sondern für das Fußlaufen. Und das macht das Verhalten flüssiger, natürlicher und auf Dauer stabiler.

Wo wird das Leckerchen gegeben?

Das klingt vielleicht wie eine Nebensächlichkeit – ist es aber nicht. Denn wo das Leckerchen gegeben wird, entscheidet darüber, was dein Hund tatsächlich lernt.

Das Leckerchen wird immer in der perfekten Fußposition gegeben. Nicht irgendwo. Sondern genau dort, wo dein Hund sein soll – mit seiner Schulter auf Höhe deines Beins, aufmerksam, in Fahrtrichtung.

Das Lobwort sagst du immer genau dann, wenn dein Hund in der perfekten Position ist – es ist die Bestätigung des richtigen Moments. Und ab diesem Moment wartet das Leckerchen auf ihn, genau an dieser Stelle. Egal was danach passiert – die Hand bleibt dort, wo der Hund gerade war. Dein Hund soll gefälligst selbst dahin gehen und sich das Leckerchen aus der richtigen Position abholen.

Und hier passiert ein Fehler, den ich wirklich sehr häufig sehe: Die Hand folgt dem Hund. Der Hund fällt zurück, und die Hand gibt bereitwillig nach – bis der Mensch und sein Hund immer weiter auseinanderdriften. Die Hand bleibt eisern an der richtigen Position. Der Hund kommt zur Hand, nicht die Hand zum Hund.


Das Lobwort bewusst ausnutzen

Das kann ich gar nicht oft genug betonen – und es ist so ein elegantes Werkzeug, wenn man es einmal verstanden hat.

Das Lobwort kündigt die Belohnung an. Dein Hund hat sein Lobwort gehört und schaut dich schon erwartungsvoll an – er weiß, dass gleich etwas kommt. Und jetzt kannst du dir Zeit lassen.

Du sagst das Lobwort, wenn dein Hund in der perfekten Position ist. Und erst jetzt fängt die Hand gaaanz langsam an, in Richtung der Tasche zu wandern. Dann kramt die Hand eine gefühlte Ewigkeit in der Tasche nach dem Leckerchen. Dann kommt die Hand wieder heraus und gibt ihm sein Leckerchen – nach vielen weiteren Metern.

Zwischen dem Lobwort und der Leckerchengabe macht ihr zehn Meter Strecke. Und dein Hund wird die ganze Zeit aufmerksam sein und perfekt Fuß laufen – weil er weiß, dass sein Leckerchen bereits unterwegs ist. Das ist kein Trick und keine Täuschung. Das ist der Quotenplan in Zeitlupe. Du brauchst kein zusätzliches Leckerchen – du streckst einfach den Moment zwischen Lobwort und Belohnung.


Kurven

Jetzt kommen wir zu einem Aspekt des Fußlaufens, den man bewusst üben muss: die Kurven.

Beim Fußlaufen macht immer das kurvenäußere Bein den ersten Schritt. Wenn du eine Kurve zum Hund hin läufst, bildet dein kurvenäußeres Bein quasi eine Schranke, die ihm die Richtung weist. Wenn du eine Kurve vom Hund weg läufst, zieht dein kurvenäußeres Bein ihn quasi mit.

Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit – ist es aber nicht. Denn wenn du die Kurven falsch läufst, gibst du deinem Hund widersprüchliche Signale, und er wird immer wieder aus der Position fallen, ohne dass du weißt warum.

Das Gute ist: Man gewöhnt sich schnell daran. Anfangs muss man noch bewusst darüber nachdenken – aber nach ein paar Übungseinheiten geht es in Fleisch und Blut über.


Die Schwierigkeit steigern

Wenn die Belohnung im Laufen gut funktioniert, steigerst du die Schwierigkeit – in kleinen, bewussten Schritten.

Zum einen erhöhst du die Distanz. Dein Hund muss für sein Leckerchen immer etwas mehr arbeiten. Zum anderen steigerst du die Ablenkungen. Zuerst auf einer ruhigen Fläche, dann auf einsamen Wegen, dann auf belebteren Straßen. Die echte Welt kommt immer erst dann, wenn das Verhalten auf der ruhigen Fläche wirklich sitzt.


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Zusammenfassung

Das Video zum Artikel – schau dir an, wie das in der Praxis aussieht. Und abonniere den Kanal, damit du kein Video verpasst.

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je nach Hund.